Stellungnahme zu den Veröffentlichungen im Fall Mike L.

25.01.2013

Der Vorstand bringt an dieser Stelle sein Unverständnis über die juristische Beschlusslage zum Ausdruck und wünscht Carsten G. alles Gute und ein erfolgreiches Prozessende!

Wir vom SV Lipsia 93 e.V. versuchen im Verein eine Kultur zu etablieren, die Vorurteile abbaut und Gegensätze überwindet, nicht umsonst verbringen Menschen beiderlei Geschlechts und aller Altersgruppen ihre Freizeit beim ältesten sächsischen Fußballverein. Seit zwei Jahren leben wir eine Zusammenarbeit mit der Lindenhof-Förderschule für geistig Behinderte. Im Rahmen dieser Partnerschaft nehmen wir am integrativen Fußballprojekt "Fußballfreunde" teil und bieten beeinträchtigten Jugendlichen wöchentlich Bewegungserfahrungen mit nicht beeinträchtigten.

Wir stellen uns als Familienverein im Leipziger Norden unserer sozialen Verantwortung, stehen jedem Interessierten offen und können inzwischen über 280 Mitglieder zählen, zum Teil mit Migrationshintergrund. Wir sind uns durchaus der Tatsache bewusst, unter diesen Mitgliedern den ein oder anderen zu haben, der den demokratischen Prinzipien unserer Gesellschaft negativ gegenüber steht. Dem traten wir bereits in der Vergangenheit gegenüber, indem wir das Tragen von Kleidung mit verfassungsfeindlichen Symbolen ahndeten und dessen Verbot inzwischen zum Teil unserer Sportplatzordnung gemacht haben. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit den Mitgliedern die Vereinssatzung entsprechend angepasst und ist für jeden auf unserer Homepage einzusehen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal für den Hinweis über den Sachverhalt. Im Februar 2012 konnten wir dadurch unmittelbar mit dem Sächsischen Fußballverband, dem Landessportbund Sachsen sowie der Leipziger Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Maßnahmen einleiten, die schließlich zum Vereinsaustritt von Mike L. geführt haben. Nichtsdestotrotz hat uns dieser Fall auch gezeigt, dass die zivilgesellschaftlichen Kräfte und das Ehrenamt im Verein immer auf die Unterstützung von Politik, Justiz und Verbänden angewiesen sein werden. Wir wünschen uns, dass diese Unterstützung in Zukunft den Umgang mit Feinden der Demokratie erleichtert.

Vorstand
SV Lipsia 93

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